Das
Eichsfeld wurde vor dem 4. Jahrtausend v. Chr. nicht besiedelt. Erst in der Jungsteinzeit (4500-1800 v. Chr.) entstehen auf einigen Bergen befestigte Anlagen. Hügelgräber im Untereichsfeld weisen auf eine Siedlungsfähigkeit in der Bronzezeit (2000-700 v. Chr.) hin.
Seit der Eisenzeit (700-40 v. Chr.) erfolgt eine intensieve Besiedlung, besonders in den Flußtälern. In der letzten Phase dieser Epoche, der Latenezeit (500-40 v. Chr.) wandern die Germanen in unser Gebiet ein.
Bis zum 6. Jh. gehört dieses Territorium zum Thüringer Königreich, das 531 von den Franken und Sachsen aufgeteilt wird. Die Trennlinie zwischen dem fränkischen und sächsischen Teil entwickelt sich zur Sprachgrenze zwischen dem Ober- und Niederdeutschen.
Der Name Eichsfeld wird 897 erstmalig in einer Urkunde Arnulfs von Kärnten erwähnt. Bis in das 10. Jh. unterstand das Gebiet sächsischen Herzögen bzw. deutschen Königen, die es durch Gaugrafen verwalten ließen. Ab dieser Zeit geriet das Obereichsfeld in den Einfluß thüringischer Grafendynastien.
Früh erwarben die Mainzer Erzbischöfe Land und Leute. Höhepunkte dieser Territorialpolitik waren der Kauf des Eichsfeldes 1294 durch den Erzbischof Gerhard II.. Von den Grafen Heinrich den IV. Gleichen von Gleichenstein sowie der Erwerb der Goldenen Mark (um 1340).
Der Name Eichsfeld ging auf den zusammenhängenden Teil des Mainzer Erzstiftes in Mitteldeutschland über. Auf dem Rusteberg saß bis 1540 als Vertreter des Landsherrn der Viztum oder Oberamtmann, mit ihm regierten als Landesvertretung die Landstände (Vertreter des Adels, des Klerus und der Städte).
Die Umwälzungen des 16. Jh. wie Reformation und Bauernkrieg trafen das Land hart. Inmitten protestantischer Reichsstände gelegen, wurde das Eichsfeld nach 1574 von den geistlichen Landsherren rekatholisiert. Demzufolge litt der Landstrich unter den Zwangsläufigkeiten des Dreißigjährigen Krieges und gehörte zu den am meisten verwüsteten Gebieten Deutschlands. Kurfürstlich-staatliche Maßnahmen und die Herausbildung der Zeugweberei, Ende des 17. Jh. führten zu einer raschen Überwindung der Kriegsfolgen, zu einer sozialen Umstrukturierung der Bevölkerung und zu einem allgemeinen Aufschwung in den nächsten Jahrzehnten.
Die Folgen der französichen Revolution und der Befreiungskriege ließen diese Entwicklung bis in die Mitte des 19. Jh. stagnieren. Nach dem Wiener Kongreß 1815 wurde das Eichsfeld unter Preußen und Hannover, dessen beide Hälften wirtschaftlich und politisch auseinanderdrifteten, aufgeteilt, deren Bewohner aber bis heute sich als Eichsfelder fühlen.
Über Jahrhunderte bildete das
Eichsfeld in der Mitte Deutschlands eine geschlossene kulturelle Einheit. Weder preußische, noch nationalsozialistische noch kommunistische Versuche konnten die Einheit bis heute sprengen.
Nach der jahrzehntelangen Teilung durch die innerdeutsche Grenze ist es für Gäste und Einheimische wieder ein lohnendes Ziel, die einst unerreichbaren Schönheiten des ganzen Eichsfeldes zu erkunden. Zeugnisse lebendiger Vergangenheit warten darauf, entdeckt zu werden.